RaDiHum20 spricht mit Jacqueline Klusik-Eckert über Studiengangsmanagement

Studiengänge und deren inhaltliche und organisatorische Ausgestaltung fallen nicht vom Himmel. Vielmehr bewegen sie sich in einem komplizierten Spannungsfeld zwischen Fachkulturen, Hochschultraditionen, den Interessen der Dozierenden, den Interessen der Studierenden etc. Dies ist insbesondere für Studiengänge in den Digital Humanities der Fall, die immer interdisziplinär und daher besonders herausfordernd sind.

In unserer Folge haben wir für diese Themen Jacqueline Klusik-Eckert eingeladen, die uns von ihren Erfahrungen mit dem Studiengangsmanagement an der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) in Erlangen erzählt. Im Zentrum steht dabei der Bachelorstudiengang Digital Humanities and Social Studies (DHSS) und der Masterstudiengang Digital Humanities, deren Koordination Jacqueline bis 2021 innehatte. In unserem Interview geht es um die Rahmenbedingungen innerhalb derer ein solcher Studiengang verwaltet werden muss und welche Rolle Curricula in DH-Studiengängen spielen.

Der Studiengang in Erlangen ist sehr anspruchsvoll, sowohl was den gesamten Workload, als auch, was die informatischen Anteile betrifft. Aber: Er lohnt sich, da er Studierende für eine ganze Palette an möglichen Karrieren (in der Wissenschaft aber auch außerhalb) qualifiziert. Zudem gibt es viele Hilfestellungen und Unterstützungsangebote. Es ist dabei aber eben nicht nur ein rein technischer Studiengang, da die geisteswissenschaftlichen Anteile unentbehrliche Kompetenzen wie ein fachwissenschaftliches Theorieverständnis und Textkompetenzen zum Gesamtpaket beitragen. Die digitalen Geisteswissenschaften sind eben beides – digital und geisteswissenschaftlich.

Als Studiengangskoordinatorin war Jacquelines Hauptaufgabe, Probleme als solche zu erkennen und zu lösen. Sie gewann dabei auch die Einsicht, dass es für diese Position entfristete Stellen braucht, um Kontinuität (im Angebot und der Qualität) gewährleisten zu können und zudem, um der Verantwortung, die Dozierende Studierenden gegenüber haben, gerecht werden zu können. Zudem wünscht sie sich für die Zukunft eine systematischere Arbeitsteilung und die Vermeidung von Doppelarbeit, z. B. durch ein offensiveres Teilen von Open Educational Resources. Dabei können auch Projekte wie das Campus-Netzwerk für Geistes- und Sozialwissenschaften “Téchnē“ helfen, in dem die FAU sich mit der LMU München und der Universität Regensburg in Fragen der DH-Studiengangskonzeption vernetzt hat und das Jacqueline ebenfalls als Projektkoordinatorin mitgestaltet hat. Heute ist Jacqueline an der Heinrich Heine Universität Düsseldorf im Projekt “KI für alle” beschäftigt.

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