RaDiHum20 spricht mit Peter Niedermüller über den Studiengang in Mainz und dessen Studiengangsmanagement

Auch der Studiengang in Mainz mit dem Namen “Digitale Methodik in den Geistes- und Kulturwissenschaften” ist ein Digital Humanities-Studiengang, in seiner breiten Ausrichtung und institutionell anspruchsvollen Verankerung allerdings ein Unikat. Zu den Herausforderungen des Studiengangsmanagements haben wir mit dem Studiengangskoordinator Peter Niedermüller gesprochen.

Peter Niedermüller ist von Hause aus Musikwissenschaftler und hatte aber immer schon eine Affinität zum Digitalen. So kam es, dass er mit der Koordination des Studiengangs “Digitale Methodik in den Geistes- und Kulturwissenschaften”, der im Sommer 2016 entwickelt wurde, betraut worden ist.

Dieser in Mainz angesiedelte Studiengang ist das Gemeinschaftsprodukt vieler Institutionen und wird von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Hochschule Mainz organisiert und finanziert. Er entstand aus dem Bedarf der Digital Humanities-affinen Forschungseinrichtungen in Mainz heraus, nach neuen Mitarbeitenden, die nicht nur in geistes- und kulturwissenschaftlichen, sondern auch informatisch-technischen Fächern ausgebildet sind.

Inhaltlich liegt der Schwerpunkt des Studiengangs auf digitalen Methoden, die in den verschiedenen Digital Humanities-Bereichen universell eingesetzt werden können. Beispiele sind NLP- und GIS-Methoden. Wie stark man sich als Studierender an seinem geistes- und kulturwissenschaflichen Heimatfach orientieren will, lässt der Mainzer Studiengang offen.

Organisatorisch und administrativ war und ist der Mainzer Studiengang eine große Herausforderung. Nicht nur, dass die Studienordnung mit der JGU Mainz und der Hochschule Mainz abgestimmt werden muss, sondern auch, weil viel Arbeit (z. B. bei den Lehraufträgen) ehrenamtlich erfolgt. Der Standort Mainz ist allerdings vorteilhaft, da die JGU eine interne Akkreditierungsinstanz hat, die auch wesentlich beim Studiengangsmanagement unterstützt, z. B. in Form von hochschuldidaktischen Coachings des Lehrkörpers. Weil pro Semester maximal 24 Studierende für ein Semester zugelassen werden, ist der Kontakt zwischen Studierenden und Dozierenden recht eng und ermöglicht neben einer intensiven Betreuung auch kurze Feedbackschleifen, die auch als Grundlage für Anpassungen der Studienordnung dienen.

Wie auch bei anderen Studiengängen in den Digital Humanities generell zeigt sich auch in Mainz, dass es die rasante technische Entwicklung erfordert, immer am Ball zu bleiben und Lehrinhalte stets zu aktualisieren. Allerdings wagt Peter sogar die These, dass es in Zukunft gar keinen Bedarf mehr an Studiengängen wie dem in Mainz geben könnte, da die geistes- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen das digitale Arbeiten in so weit übernommen und verinnerlicht haben, dass der Studiengang in dieser Form gar keinen Mehrwert mehr bietet. Bis dahin ist aber noch viel Arbeit notwendig. Eine Herausforderung wird in diesem Zusammenhang bleiben, gute Leute für das Studium und die Lehre zu gewinnen und immer zu beobachten, in welche Richtung sich die Digitalen Geistes- und Kulturwissenschaften weiterentwickeln.

Hinweis: Wir bitten die stellenweise verminderte, technisch bedingte Audioqualität zu entschuldigen.

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