Aline Deicke und Marine Lemaire sprechen in dieser Folge über ihr #vDHd2021-Event zur digitalen Quellenkritik

Digitale Quellenkritik: Ein neues Kapitel

In dieser Folge der vDHd-Sonderstaffel haben wir mit Aline Deicke von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz und Marina Lemaire von der Universität Trier zu ihrer Veranstaltungsserie auf der vDHd2021 gesprochen. Es geht um die historische Methode der Quellenkritik und inwiefern diese angepasst oder erweitert werden muss im Angesicht digitalisierter oder genuin digitaler Quellen für die historischen Wissenschaften. In der ersten Veranstaltung wurde der status quo ermittelt, in der zweiten Veranstaltung am 13.08. findet in Kooperation mit der DHd AG Digital Humanities Theorie ein virtuelles BarCamp zu theoretischen Aspekten der digitalen Quellenkritik statt. Die Veranstaltungsserie insgesamt zielt auf die Grundsteinlegung eines living handbooks zur digitalen Quellenkritik ab. Neben Marina und Aline organisieren auch Stefan Schmunk von der Hochschule Darmstadt und Jonathan D. Geiger von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz die Eventreihe mit. 

Eine Veranstaltungsreihe und ein living handbook

Nachdem sich Marina und Aline vorgestellt haben, sprechen wir ab Minute 3:30 über die Entstehung der Idee der Veranstaltung. Ihren Ausgangspunkt hatte die Veranstaltungsserie in dem BarCamp zu Data Literacy auf der DHd 2021 in Paderborn. Dort hatte es eine Sitzung gegeben, in der die Teilgebenden über historische Quellenkritik und die neuen Anforderungen, die mit digitalen und digitalisierten Quellen einhergehen gesprochen. Zwar gibt es schon verschiedene Ansätze in diesem Bereich, es muss aber noch viel getan werden. Zentrale Frage ist, inwiefern eine digitale Quellenkritik eine neue Quellenkritik oder eine analoge “Quellenkritik plus” ist.

Über die vDHd-Eventserie spricht Aline ab Minute 6:14. Die Serie umfasst drei Teile: Die erste Veranstaltung in der Reihe fand Ende März statt und umfasste einen Workshop und eine Podiumsdiskussion mit dem Ziel, eine Bestandsaufnahme zur digitalen Quellenkritik zu schaffen. Die zweite Veranstaltung wird im August (13.08.) stattfinden und die dritte und letzte Veranstaltung in der letzten vDHd-Woche Mitte September. Ziel der Veranstaltungsreihe ist die Grundsteinlegung für ein living handbook zur digitalen Quellenkritik.

Was ist eigentlich “Quellenkritik”?

Was eigentlich Quellenkritik bedeutet, erläutert Marina ab Minute 7:06. Diese Methode wurde in den historischen Wissenschaften im 19. Jahrhundert entwickelt und umfasst die innere und die äußere Quellenkritik. Ihre Funktion ist es, historische Quellen einer kritischen Analyse zu unterziehen, um ihre Authentizität und ihre Objektgeschichte festzustellen. Die Quellenkritik gehört auch heute noch zum Grundhandwerkszeug aller Historiker*innen. Im Digitalen stellen sich Fragen nach der Authentizität und digitalen Objektgeschichte nochmal neu – nicht nur in Bezug auf digitalisierte Quellen, sondern auch auf genuin digitale Quellen.

Technische Aspekte sind wichtig – Vertrauen auch!

Ab Minute 10:38 sprechen wir über die erste Veranstaltung im März. Hier wurden verschiedene Arbeitsgruppen rund um vier beispielhafte (historische) Quellen herum gebildet, nämlich ein Text, eine Fotografie, ein Objekt (Grabstein) und ein Videospiel und anhand dieser Vertreter bestimmter Quellentypen die besonderen Herausforderungen an eine digitale Quellenkritik für diese jeweilige Gattung herausgearbeitet. Neben technischen Spezifika kam sehr oft der Punkt “Vertrauen” in den Gesprächen auf – was die Anforderungen stark in Richtung Institutionen und Datenkurator*innen verschiebt. Dieser Punkt wurde auch sehr stark in der Podiumsdiskussion aufgegriffen, die im direkten Anschluss an die Arbeitsgruppen stattfand. Hieran waren als Diskutant*innen Prof. Dr. Ursula Lehmkuhl (Universität Trier), Prof. Dr. Andrea Rapp (Technische Universität Darmstadt), Daniel Röwenstrunk (Universität Paderborn), Prof. Dr. Stephan Schwingeler (HAWK Hildesheim) und Henriette Senst (Deutsches Archäologisches Institut Berlin) beteiligt. Auch der Themenkomplex Lehre wurde sehr intensiv diskutiert und zwar insbesondere, inwiefern die Curricula der historischen Studiengänge angepasst werden müssten.

Theorie und digitale Quellenkritik

Die zweite Veranstaltung der Reihe wird am 13.08. virtuell stattfinden. Hierüber sprechen wir ab Minute 15:55. Bei dem BarCamp sollen die theoretischen Aspekte der digitalen Quellenkritik beleuchtet und auch die Frage gestellt werden, inwiefern sich Theorien im Angesicht digitaler Quellen weiterentwickeln müssen. Neben den Beiträgen, die von den Teilgebenden selbst mit- und eingebracht werden, soll dabei auch eine erste Strukturierung des living handbooks erarbeitet werden.

Die Möglichkeiten zur Anmeldung für die Veranstaltung im August kommen ab Minute 17:58 zur Sprache. Die Anmeldung ist über diesen Link möglich! Weitere Informationen können entweder auf der vDHd-Seite der Veranstaltungsserie oder aber auf der Startseite des living handbooks nachgelesen werden. Zudem gibt es einen Blogpost, der die Veranstaltung im März zusammenfasst.

Living Handbook: https://wiki.de.dariah.eu/pages/viewpage.action?pageId=136219575

Anmeldung zur nächsten Veranstaltung (am 13.08.21): https://www.esciences.uni-trier.de/anmeldung-vdhd2021-barcamp/

vDHd-Seite: https://vdhd2021.hypotheses.org/288Blogpost: https://dhtheorien.hypotheses.org/967

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